Interview mit dem Saunaweltmeister 2010 Andreas Kofler
Die Anzahl der Durchgänge:
3 Runden á ca. 3-4 min
Wenn vom Thema angedacht dann noch ein Intro. Das Intro kann 2 Aufgaben lösen: zum einen soll der Gast vorschwitzen, d.h. die Poren bzw. die Blutgefäße erweitern um keinen Hitzeschock zu bekommen, und zum zweiten ist es eine Einführung auf das „kommende“.
Die Menge an Wasser:
Je m³ Raum sollten ca. 10-15gr Wasser verwendet werden.
Man kann aus diesem Grunde nicht sagen ich verwende 4 Kellen Wasser od. 6.
Je nach Sauna- und Ofengröße wird die Menge nach eigenen Gefühl (das ein Saunaaufgussmeister haben sollte) dosiert.
Worauf generell achten:
- Das Wohlbefinden und -gefühl ist meines erachtens das Hauptkriterium eines guten Aufgusses. Nichts gegen „Hardcor“ Aufgüsse – 1x zu erleben ok, aber mehr nicht.
- Viele vielleicht wissen das nicht: aber bei einer Temperaturen bis und um die 100 Grad in der Saunakabine wird das Stresshormon Kortisol gedrosselt und der Serotoninspiegel, der für das Wohlgefühl verantwortlich ist, gesteigert. D.h. und bedeutet wiederum dass Saunagehen glücklich macht.
- Dies in Kenntnis gesetzt ist es sinnhaftig nicht mit einem zu heißen Aufguss, der unsere Gefühle verbrennt, gegenzuwirken.
Welche Düfte:
100% Ätherische Öle zu verwenden ist oberste Priorität.
Weiters muss jeder Meister die Unterschiede der 3 Noten „Basisnoten, Herznoten und Kopfnoten“ kennen und beherrschen. Jedes ätherische Öl vereint alle drei Noten in sich, aber eine von ihnen ist dominant. Man geht davon aus, dass die Pflanzen ihre ätherischen Öle zur “Kommunikation” mit der Außenwelt verwenden, das sollte man wissen und dementsprechend einsetzen. Aus diesem Grunde ist es sehr schwierig im Vorfeld zu sagen welche Düfte geeignet sind.
Die Abstimmung der Düfte mit Musik und Thema ist wichtig, und - ich muss wissen was ich erreichen will: Gelassenheit und Entspannung od. Anregung und Stärkung
Welche Temperatur idealerweise?
90 Grad
Wobei auch hierzu zu sagen ist, dass es je nach Sitzbank unterschiedliche Temperaturen gibt: je Sitzstufe sind ca. 20-25 Grad unterschied.
Beim Wacheln worauf achten?
Je nach Thema: ob gefühlsbetont, leicht und entspannende Bewegungen od. kräftige und stark Windproudzierende sind eben davon stark abhängig.
- Weiters sollte jeder Wachtler seinen eigen Körperschweiß nie und nimmer mit dem Wachelhandtuch abwischen – sondern immer ein eigens kleines Schwitzhandtuch bei sich haben;
- Die Wedeltechniken beherrschen und auf die Gäste achtgeben, das Handtuch einem Saunagast um die Ohren hauhen sollte nur einer Szenen in einem Film angehören;
- Es sollten die Saunaliebhaber in der 3. Reihe nicht vergessen werden. Meistens sind es diejenigen die es eher lieben wenn es ein wenig heißer ist, als diejenigen die die erste Saunabank drücken. Aus diesem Grunde die Wedel Bewegungen so steuern, dass die unteren Besucher nicht ständig damit konfrontiert werden und dafür in den oberen Reihen auch mal mehr Luft bringen;
